Willkommen auf dem Onlineforum für Kaiserschnittmütter


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Sonnenschein
» 18.Februar 2017 um 10:15Uhr «
Seit über zwei Jahren schaue ich nun immer mal wieder hier im Forum vorbei, lese und schreibe, was mir sehr geholfen hat, den KS meines ersten Kindes zu verarbeiten. Letztes Jahr nun wurde ich wieder schwanger, das Kind war wieder eine Steiß-/Querlage und damit waren alle Erinnerungen und Ängste wieder da. Auch in dieser Situation fand ich hier wieder aufmunternde und Mut machende Worte. Letztlich war ich, denke ich, viel besser vorbereitet, viel mehr bei mir und meinem Kind als beim ersten Mal. Ein paar Sorgen waren noch da, doch dem zweiten Wunschkind zuliebe hielt ich mich an dem Gedanken fest, wenn ich es einmal geschafft habe, dann schaffe ich es auch noch einmal. Und so ging ich am 30.12. in die Klinik, um einen Termin für den Schnitt zu machen. Die Hebamme dort tastete noch einmal meinen Bauch ab und meinte Kopf schüttelnd: "Tut mir leid, das ist noch immer eine Steißlage." Es folgte die Ärztin mit dem Ultraschallgerät, sie hielt den Schallkopf auf das vermeintliche Köpfchen. Ich schaute gar nicht hin, wollte es eigentlich gar nicht hören, da vernahm ich die Worte: "Das ist kein Kopf, das ist der Po." eine kurze Pause, ein erneutes Aufsetzen des Schallkopfes und es hieß: "Hier ist der Kopf." Ich war total verwirrt, was hieß denn hier sei der Kopf, die Ärztin war doch grad an meinem unteren Bauchende. Da erst hob ich den Blick zum Monitor, dann sah ich in das strahlende Gesicht meines Mannes und da begriff ich erst, was los war. Mein Weihnachtswunsch hatte sich erfüllt, der kleine Mann hat sich tatsächlich in der 38. Schwangerschaftswoche noch gedreht. Dieses Gefühl kann ich nicht beschreiben und zwei Wochen später kam dann mein Sohn per Spontangeburt zur Welt. Ich war schon Mutter eines Kindes, aber das war alles neu für mich. Und dieses Wahnsinnsgefühl wollte kein Ende nehmen, ich erlebte alles wie in Zeitlupe. Ja die Schmerzen waren irre, aber es passierten so viele Dinge, die ich bis dahin nicht kannte. Ich konnte mein Kind spüren wie es sich den Weg auf die Welt bahnte, konnte diesen Moment erleben, mein Kind sehen, mein Mann war dabei, auch er erlebte zum ersten Mal wie eines unserer Kinder das Licht der Welt erblickte, er hielt meine Hand, das gab mir so viel Kraft und er schnitt die Nabelschnur durch. Dann legte man mir den Kleinen auf die Brust und da blieb er. Niemand nahm ihn wieder weg. Eine gefühlte Ewigkeit lagen wir so im Bett, beide erschöpft und er blintzelte mich an. Ich konnte ihn anlegen und er trank, alles gesund, alles dran. Wir durften aufs Zimmer und nach drei Tagen wieder heim. Diesmal wurde mir all das zu Teil, was mir beim ersten Mal verwehrt blieb und ich denke gerade aufgrund des Kaiserschnittes wusste ich es diesmal ganz anders zu schätzen, was für ein Geschenk. Zwei Kinder, zwei total verschiedene Schwangerschaften und Geburten und ich liebe sie beide über alles. Abschließend vielleicht noch ein Satz: Wir bekommen selten, das, was wir uns wünschen, sondern das, was wir brauchen, um daran zu wachsen. Danke.
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Sonnenschein,
herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihres Sohnes und wie schön, dass Sie uns an Ihrer Freude und Rührung teilhaben lassen! Willkommen auf dieser Welt, kleiner Sonnenschein In den letzten Jahren sind Sie einen weiten, herausfordernden Weg gegangen und haben unglaublich an Stärke, Weisheit und Selbstvertrauen gewonnen. Genießen Sie diese besonderen ersten Wochen, in all der Ruhe und Zartheit, die es braucht, um sich kennenzulernen und zu beschnuppern. Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute und Liebe auf Ihrem Weg!
Andrea
Ort: Wiesbaden
» 03.Februar 2017 um 23:19Uhr «
Liebe Frau Singirankabo, liebe Forumteilnehmerinnen

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Inzwischen geht es mir besser. Was mir sehr geholfen hat, waren die Sitzungen bei einer Fachberaterin für Emotionelle Erste Hilfe. An dieser Stelle vielen Dank dafür.

Um auf Ihre Fragen zurückzukommen:
Es ist ein Mädchen geworden.
Meine Gefühle, gegenüber meinem Baby, sind immer noch zwiespältig. Meine Muttergefühle entwickeln sich tatsächlich wie ein zartes Pflänzchen. Ich würde sagen Herz und Bauch sind die Orte, wo diese Gefühle verortet sind.
Inzwischen ist die Stelle an der Narbe auch nicht mehr taub, aber ich zucke trotzdem noch zusammen, wenn sie berührt wird.
Außerdem habe ich nicht mehr das Gefühl versagt zu haben, viel mehr ist es eine Art Trauer darum, dass vieles anders war, als ich es mir vorgestellt habe, aber woran ich nicht schuld bin.

Demnächst werde ich mich noch mit der diensthabenden Hebamme, die mich bei meiner Geburt begleitet hat, zusammensetzten. Auch hier noch ein Dankeschön. So fügen sich die Puzzleteile zusammen, aber vergessen wird es nie sein.

Ich wünsche allen, dass sie ihren Weg finden.

Inga & Andrea
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Andrea,
wie schön von Ihnen zu hören! Es freut mich sehr, dass es Ihnen besser geht und die Beziehung zu Ihrer Tochter sich vertieft. An dieser Stelle ein herzliches Willkommen an Dich, liebe Inga! Ich finde es beeindruckend, wie viel sich in den letzten Monaten bei Ihnen entwickelt hat. Es ist heilsam zu erfahren, dass man verstanden wird und sich Hilfe holen darf. Das haben Sie ganz wunderbar gemacht, liebe Andrea. Die Erinnerung an die Kaiserschnitterfahrung wird mit der Zeit einen stimmigen Platz in Ihrem Gesamtbild finden. Die Geburt wird nicht vergessen, sondern gesehen, geachtet und gewürdigt als ein Erlebnis, das zu Ihrer ganzheitlichen Entwicklung als Frau und Mutter beiträgt. Ich wünsche Ihnen, dass Ihre Rückmeldung bei der Hebamme auf offene Ohren stößt und sende Ihnen viele liebe Grüße nach Wiesbaden!
Kris
» 09.Januar 2017 um 14:54Uhr «
Liebe Flavie Singirankabo,
danke für Ihre so einfühlsamen Worte.
Ich habe beim Lesen in mich hineingehört und ich habe ganz viel gespürt. Ja, da sind weiterzurückgehende Verletzungen - und das, was ich dabei fühle ist engen verbunden damit, was die Narbe in mir auslöst. Spricht also schon für eine Retraumatisierung durch die Notsectio. Ganz aufgewühlt hat mich die Frage, wie es ist zu erfahren, dass man als Tochter, Mutter und Frau bedingungslos geliebt wird. Das kann ich mir für mich nicht vorstellen. Meine Kinder, ja. Sie lieben mich bedingungslos. Und ich sie - und es macht mich glücklich. Aber alle anderen? Wenn ich darüber nachdenke, spüre ich Selbstzweifel und Selbsthass. Ich halte mich selbst immer noch nicht für besonders liebenswert. Viele Teile in mir habe ich angenommen, aber hier an diesem Punkt merke ich, wie sehr ich mich selbst noch ablehne. Ich bin etwas ratlos, dass das nach 1,5 Jahren Therapie noch so ist.
Danke für Tipps, womit ich meine Therapie kombinieren könnte. Ich habe mir intuitiv einmal Feldenkrais angesehen. Es spricht mich an und ich werde es probieren.
Aber ich muss zugeben, dass ich zweifle. Bewusste Bewegungen sind gut, das habe ich schon gespürt. Aber ich frage mich, wie genau sie dazu beitragen können, dass ich meine Narbe akzeptiere.
Und zum Schönfinden der Narbe: Ich habe versucht, das Gefühl und die Ablehnung so zu nehmen, wie sie sind. Den Schmerz anzunehmen, wie er ist. Ich versuche es auch noch, weil ich weiß, dass ich ein Gefühl, das ich verdränge, nicht umwandeln kann. Aber es geht schon so lange - über 5 Jahre. Und ich würde mich so gerne wohlfühlen und mich frei(zügig) bewegen. Daher kommt die Erwartung, dass ich die Narbe doch eines Tages schön finden muss. Dass es doch irgendwann vorbei sein muss und ich mich selbstbewusst zeigen kann, wie ich bin.
Ich habe keine Ahnung, wie es weitergeht. Ich will mich um das verletzte Kind in mir kümmern und hoffe, dass die Wunde irgendwann heilen wird.
Viele Grüße
Kris
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Kris,
vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Sie haben ein ganz feines Gespür für Ihre Bedürfnisse, mit Offenheit, Ausdauer und einer großen Portion Mut gehen Sie Ihren Weg der Verarbeitung. Es ist alles andere als selbstverständlich, mit solcher Hingabe auf die schmerzhaften Anteile und Themen zu schauen. Hierfür gebührt Ihnen ganz viel Hochachtung, Respekt und Mitgefühl. Manchmal braucht es in den Momenten, in denen man erschöpft, ratlos und überfordert ist, ein Innehalten, eine wohltuende Pause, um zu sich kommen. Dann ist es wichtig, ganz liebevoll mit sich umzugehen und die Wegstrecke wertzuschätzen, die man gegangen ist. Für das innere Kind, die kleine Kris in Ihnen, ist es schön und erholsam, wenn es einfach mal Kind sein darf, ohne sich anstrengen zu müssen. Einfach so sein, wie man ist, auch und gerade im Selbsthass und in der Ablehnung, mit allem. Um dann aus dem Moment heraus zu schauen, wonach die kleine Kris sich sehnt. Vielleicht möchten Sie mal reinspüren und fragen, wie es ihr geht und was ihr Spaß macht. Diese innere Begegnung wird Ihr Vertrauen in sich festigen und die Liebe, die Sie sich dadurch geben, vertiefen. Richten Sie der kleinen Kris einen herzlichen Gruß von mir aus. Sie hat in Ihnen eine wunderbare Mutter!
Sarah
Ort: Lörrach
» 05.Januar 2017 um 13:21Uhr «
Hallo Kris,

ich hatte ein Kaiserschnitt-Verarbeitungsgespräch mit einer Hebamme. Diese empfahl mir, die Narbe entstören zu lassen. Hab dies dann einige Monate später umgesetzt, allerdings erst als meine Intuition mich dahin getrieben hat. Seit Schwangerschaft/ Geburt bin ich sensibel für meine Intuition geworden, und achte vermehrt drauf was mir gut tut. In mir wurde durch die Narbenentstörung viel in meinem Inneren heilgemacht, heute sieht man meine Narbe nur noch bei sehr genauem Hinsehen. Bei mir hatte es auch einen äußeren Effekt. Oder vielleicht weil ich die narbe nun mit anderen Augen seh? Ich weiß es nicht, aber ich denke wenn du in dich hörst wirst du den für dich richtigen Weg finden. Alles Liebe dir! Wäre schön, weiter von dir zu hören.
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Sarah,
Sie beschreiben so schön und fühlbar, welche Heilung man erfahren kann, wenn man seiner eigenen inneren Stimme folgt. Der Prozess ist nicht immer leicht, dafür können neue Wege und eine tiefe Verbundenheit zu sich selbst entstehen, aus der sich viel Kraft, Vertrauen und Sicherheit für neue Herausforderungen schöpfen lässt. Alles Liebe und Feine wünsche ich Ihnen! Herzliche Grüße, Flavie Singirankabo
Kris
Ort: Kassel
» 30.Dezember 2016 um 14:36Uhr «
Hallo Sarah,
Danke, dass Du mir geschrieben hast.
Ich war ein halbes Jahr nach dem KS bei einer Osteopathin, die meinen Energiefluss wieder hergestellt hat. Ich kann nicht sagen, ob es was gebracht hat.
Es gibt ja viele Methoden zu entstören. Wie bist Du zu Deiner gekommen?
Ich bezweifle etwas, dass es mir hilft, die Narbe schön zu finden, aber ich werd noch einiges dazu lesen.
Vielleicht kommt ja jemand von den Forumsbetreibern noch dazu, mir seine Einschätzung zu schreiben. Wär schön.
Viele Grüße
Kris
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Kris,
in meinen Augen schafft die Erwartung, dass Sie Ihre Narbe schön finden müssen, zusätzlich Schmerz, Anstrengung und Widerstand in Ihnen. Sie dürfen so SEIN wie Sie JETZT sind, ohne etwas Bestimmtes erreichen oder leisten zu müssen. Sie machen das so wunderbar, sich so mutig in der Psychotherapie anzuvertrauen, die Hilfe einer Osteopathin anzunehmen, hier im Forum zu schreiben. Sie kümmern sich so gut um sich und trotzdem bleiben Zweifel. „Mache ich es richtig, bringt es etwas?“, scheint es in Ihnen zu sprechen. Das Vertrauen, das Sie im Außen suchen, ist wie ein verborgener Schatz tief in Ihnen, liebe Kris. Was für Sie gut und richtig ist, wissen Sie, wissen Ihr Körper und Ihre Seele am besten. Deren Weisheit ist größer, als Sie sich momentan rein vom Verstand her vorstellen können. Ich möchte Sie ermutigen, neue Wege auszuprobieren, um Zugang zu den Antworten auf Ihre Fragen zu erlangen. Zum Beispiel können Sie mit ihrem Körper in einen achtsamen Dialog gehen und lauschen. Hierfür gibt es viele Wege, z.B. Osteopathie, craniosacrale Therapie oder auch Feldenkrais und Eurythmie. Kombiniert mit der Psychotherapie wird es Ihnen helfen, sich selbst ganzheitlich zu spüren und schätzen zu lernen. Viele liebevolle, wohlige und erkenntnisreiche Momente wünsche ich Ihnen!
Marlena
» 29.Dezember 2016 um 22:14Uhr «
Hallo!

Vor 20 Monaten bin ich viel zu früh Mutter einen kleinen Tochter geworden. Über das Krankenhaus, die Ärzte und Hebammen kann ich kein böses Wort verlieren. Wir waren zu jeder Zeit wunderbar betreut. Es sind bei mir eher die Umstände die das Verarbeiten schwer machen.
Nach einem falsch-negativen Schwangerschaftstest erfuhr ich erst in der 15. Schwangerschaftswoche, dass ich Mutter werde. Die Freude war trotz der Überraschung groß.
10 Wochen später drängte sich mein Kind schon auf die Welt.
Ich bekam durch eine unbemerkte Infektion Wehen, der Muttermund war bei der Ankunft im Krankenhaus bereits zu weit geöffnet als das man die Geburt noch hätte aufhalten können. Es erfolgte die sofortige Verlegung in ein Krankenhaus mit neonatologischer Intensivstation. Die Wehenhemmung, um die Schwangerschaft wenigstens noch einige Stunden zu halten, scheiterte, der Keim war zu aggressiv, das Baby wollte raus. Eine spontane Geburt war bei dem Geburtsgewicht viel zu riskant.
15 Wochen zu früh, in der 25. Schwangerschaftswoche mit 650 Gramm wurde meine Tochter per Kaiserschnitt entbunden. Eine unreife Hand voll Leben.
Ich bekam eine Spinalanästhesie und war zunächst wach im OP. Mein Mann an meinem Kopf neben mir. Ich bat dann jedoch um ein Schmerzmittel, zu stark war der Schmerz beim durchtrennen der Muskleschicht. Von da an habe ich nur lückenhafte Erinnerungen:
Mein weinender Mann der mir sagt, dass unser Baby ein Mädchen ist. Spontan und schlaftrunken entscheide ich mich noch im OP für ihren Namen. Dann komme ich erst im Aufwachraum zu mir. Nicht wissend ob mein Kind überhaupt lebt. Den Moment ihrer Geburt verpasst wo das doch das einzige ist was mir vielleicht mit ihr bleibt.
Ein OP Pfleger gratuliert mir zur Geburt meiner Tochter und sagt mir, dass sie lebt und kämpft.
Ich bin nicht mehr schwanger, mein Kind ist geboren, MEIN Kind. Ein seltsamer Gedanke nach nur 10 Wochen bewusster Schwangerschaft und dem abrupten Ende.
Ich wurde noch am selben Tag mit dem Bett auf die Intensivstation gefahren damit ich mein Kind im Inkubator sehen konnte. Das Mutterglück wich der Angst um ihr Leben.
Meine Narbe entzündete sich immer wieder und verheilte erst richtig mit ihrer der Entlassung aus dem Krankenhaus..
Ich bin zu tiefst demütig und glücklich über mein Kind, über meine Kämpferin, die heute ein gesundes, lebensfrohes Mädchen ist. Aber der Umstand ihrer Geburt schmerzt immer noch und die Angst davor das es beim zweiten Kind wieder so sein könnte begleitet mich.
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Marlena,
herzlichen Dank für das Teilen Ihrer Geschichte. Wie schön, dass Sie trotz der heftigen Geburt Dankbarkeit und Demut empfinden können. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man bedenkt, mit wie viel Angst um Ihr Leben und das Ihrer Tochter Sie konfrontiert wurden. Als Sie anfingen, sich an die Schwangerschaft und die bevorstehende Geburt zu gewöhnen, mussten Sie sich von den Wünschen und Erfahrungen dieser wichtigen Reifephase verabschieden. Gerade das plötzliche rausgerissen werden ohne Übergänge schmerzt und erschwert das vollständige Ankommen in das Mutter-Sein. Es braucht Zeit, Raum und viel Feingefühl, um die Gefühle und Gedanken achtsam wahrzunehmen. Was möchte Ihnen Ihr Schmerz sagen? Was braucht Ihre Angst? Mit Ihrer Intuition und der Unterstützung Ihrer Hebamme oder eine Fachfrau aus dem Netzwerk werden Sie herausfinden, was für Sie heilsam und hilfreich ist. So wird es Ihnen gelingen, den für Sie stimmigen Zeitpunkt zu erspüren, an dem Sie bereit sind, ein weiteres Kind einzuladen, in ihrem Rhythmus reifen zu lassen und willkommen zu heißen. Alles Liebe für Sie!
Sarah
Ort: Lörrach
» 29.Dezember 2016 um 11:17Uhr «
Hallo liebe Kris,
ich habe meine Narbe zwar nicht chirurgisch entfernen lassen, habe sie aber in 3 Sitzungen bei einer tollen Heilpraktikerin entstören lassen. Sie hat mir Prokain in die Narbe gespritzt, damit haben sich die ganzen Verklebungen gelöst. Seitdem kann ich mich wieder von Kopf bis Fuß durchgängig spüren, hab danach plötzlich abgenommen, und die kleine Fettschürze über der Narbe ist auch weg. Und ich konnte mich mit meiner Geschichte aussöhnen, wobei da natürlich nicht nur die Narbenentstörung geholfen hat. Mir hat es sehr geholfen, und ich bin froh diesen Schritt getan zu haben. Vielleicht ist es ja auch was für dich? Du machst ja schon viel mit der Psychotherapie, find ich sehr mutig von dir. Das schaffen nicht alle sich so zu konfrontieren.
Die Narbenentstörung ist natürlich auch um einiges kostengünstiger als ein chirurgischer Eingriff.
Ich wünsche dir alles Gute, wäre schön von dir zu hören wie es bei dir weitergegangen ist.
Liebe Grüße, Sarah
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Sarah,
vielen Dank für den Erfahrungsaustausch mit Kris.
Einen wunderbaren Start ins neue Jahr wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie!
Kris
Ort: Kassel
» 19.Dezember 2016 um 16:39Uhr «
Guten Tag,
Mein Notsectio ist über fünf Jahre her. Ich habe mich auch damals schon hier gemeldet. Über die Jahre habe ich das Thema mehr oder weniger verdrängt und jetzt ploppt es wieder hoch.
Jedenfalls finde ich meine Narbe nach wie vor hässlich und ich verstecke sie. Ich habe sie meinem Mann noch nie gezeigt, ich bestehe darauf, dass das Licht aus ist. Ich gehe auch in keine Sauna, was ich früher gerne gemacht habe.
Ich mache seit 1,5 Jahren eine Psychotherapie, in der ich lerne, mich selbst zu lieben. (Mache ich aber nicht nur wegen des Kaiserschnitts) In vielerlei Hinsicht habe ich das auch geschafft, aber damit eben nicht.
Jetzt bin ich dabei, mir zu überlegen, ob ich die Narbe operativ korrigieren lasse. Die Chirurgen, die das machen, würden natürlich Geld damit verdienen. Deshalb wollte ich Sie gerne fragen, welche Meinung Sie dazu haben. Kennen sie Frauen, die das haben machen lassen? Bringt es etwas und besteht die Aussicht, sich danach tatsächlich besser zu fühlen?
Ich würde mich sehr über eine Einschätzung freuen.
Viele Grüße
Kris
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Kris,
vielen Dank für Ihren Eintrag. Ich finde es großartig, dass Sie sich Hilfe holen und so offen von Ihren Erfahrungen erzählen. Ich kann gut nachfühlen, dass Sie die Narbe korrigieren lassen möchten, die ja eine offensichtliche Erinnerung an das für Sie höchst traumatische Geburtserlebnis ist. Es gibt Frauen, die eine kosmetische OP der Narbe vornehmen lassen und sich danach besser fühlen. Allerdings gibt es keine Garantie dafür, dass dieser Eingriff die von Ihnen sehnlichst gewünschte Heilung bringen wird. Die Verarbeitungswege der Mütter sind so vielfältig und einzigartig wie die Frauen selbst. Intuitiv glaube ich, dass die Notsectio tiefsitzende, verdrängte Verletzungen reaktiviert hat, die Sie aus Ihrer Lebensgeschichte mitbringen. Wenn die Narbe „stört“ und nicht angeschaut werden kann, ist es oft ein Zeichen, dass der Körper ausdrückt, was auf der seelisch-psychischen Ebene noch heilen möchte. Zu erfahren, dass man als Tochter, Frau und Mutter mit allen Anteilen, Makeln und Stärken geliebt zu wird. Jederzeit. Bedingungslos. Einfach, weil Sie Kris sind. Was spüren Sie, wenn Sie diese Energie auf sich wirken lassen, liebe Kris? Ich wünsche Ihnen alles Gute!
Sarah
Ort: Lörrach
» 28.November 2016 um 21:39Uhr «
Hallo liebe Kirsten,

danke für deine Geschichte, die ich grad lesen durfte. Ich fühl mit dir, es tut mir leid wie du und dein Mann im Krankenhaus behandelt wurdest. Mir ging es ähnlich. Kennst du das Buch : "Meine Wunschgeburt-selbstbestimmt gebären nach Kaiserschnitt"?
Dort gibt es auch Tipps für einen geplanten Kaiserschnitt, zwecks Geburtsplanung. Vielleicht hilft dir das weiter? Vielleicht kann dich ja auch eine Beleghebamme oder eine Doula begleiten? Es gibt auch Krankenhäuser, die einem auch nach 2 Kaiserschnitten eine Chance auf eine spontane Geburt geben-vielleicht wäre das auch eine Option für dich? Ich wünsche dir alles erdenklich Gute, ich habe größte Hochachtung vor dir. Du bist eine mutige und starke Frau!
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Sarah,
vielen lieben Dank für Ihre mitfühlenden Worte und Rückmeldungen an Kirsten. Wie geht es Ihnen und Ihrer Familie? Herzliche Grüße nach Lörrach!
Kirsten
Ort: Hückelhoven
» 26.November 2016 um 13:58Uhr «
Hallo,

ich habe auf der Suche im Internet diese Seite gefunden und freue mich, dass ich nicht die einzige mit meinen Gefühlen bin, für die ich oft belächelt werde. (Ist doch alles gut gegangen...)
Ich habe zwei Kinder per Kaiserschnitt entbunden. Meine Große vor 7 Jahren nach Geburtsstillstand und meinen Kleinen vor 2 Jahren mit "geplantem" Kaiserschnitt. Man sagte mir, anders ginge es nicht. Die erste Geburt war schon traumatisch. Ich habe in Südtirol gelebt und wurde mit Wehen dreimal wieder nach Hause geschickt, obwohl ich am ersten Tag schon 9 Tage über Termin war und nach einer Eipollösung nur noch Brechen musste. Ich wurde wegen Überbelegung mit einem Buscopan-Zäpfchen in der Haupturlaubssaison die 75 km wieder heim geschickt. Beim dritten Mal durfte ich bleiben und bekam eine Geleinleitung, die dann zu einem Wehensturm führte. Die Herztöne meiner Tochter fielen ab und ich hatte einen Kreislaufzusammenbruch. Daraufhin ging es in den OP. Bei dem Kaiserschnitt hätte ich fast mein Leben gelassen, aber sie konnten mich zurück holen. Das war doch sehr einschneidend.
Bei meinem Sohn sollte es nun auf Anraten der Ärzte ein geplanter Kaiserschnitt werden. Bei den Vorgesprächen fühlte ich mich in dem Krankenhaus auch gut aufgehoben, alle waren sehr nett. Als es dann aber los ging, wandelte sich alles. Die Schwester brachte mich zum OP, vor dem ich dann noch ewig warten musste, gemeinsam mit einer Menge narkotisierter Patienten. Ich hörte, wie sich das Personal lustig machte und über Patienten lästerte. Dann wurde ich unsanft aufgefordert, auf den OP-Stuhl zu klettern. Die Anästhesistin hat mit einer Geste alle Vereinbarungen aus der Geburtsplanung gestrichen, auch, dass ich das Baby gezeigt bekomme. "Nicht in meinem OP, zu viel Aufregung." Bei der Spinalanästhesie hat sie mir mit Querschnittslähmung gedroht, wenn das Baby weiter so zappelt. Dann bekam sich das gesamte OP-Team in die Haare, weil die Hebamme nicht kam, dafür aber 10 Schwesternschülerinnen, die alle zugucken sollten. Mein Mann stand vor der Tür und bekam auch langsam Panik. Die Anästhesistin sagte, dass die Betäubung vermutlich nicht reicht, wenn es nicht sofort los geht. Dann kam die Hebamme und als mein Mann geholt wurde, musste er an dem Eimer vorbei, in dem sie schon 3/4 Liter Blut aufgefangen haben. Mir ging es total mies und ich musste viel brechen. Nach der OP musste ich ewig im Aufwachraum bleiben. Mein Mann saß völlig verzweifelt mit dem Kleinen allein im Kreissaal und hat sich Sorgen gemacht. Eine Hebamme hab ich während meines Aufenthalts nicht mehr gesehen.
Nun bin ich ungeplant wieder schwanger und muss in knapp 3 Wochen noch mal da durch. Zwar in einem anderen Krankenhaus, aber so langsam bricht sich die Panik Bahn. Ich habe es lange verdrängt, das geht jetzt nicht mehr. Ich hab keine Ahnung, wie ich das schaffen soll. Ich überlege, mir dieses Mal eine Vollnarkose geben zu lassen, habe aber Angst vor den Folgen.
Danke fürs Lesen. LG, Kirsten
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Kirsten,
vielen Dank für das Teilen Ihrer wahrhaft einschneidenden Geburtserfahrungen. Ich kann gut nachfühlen, dass Sie große Angst haben, in eine ähnliche Ohnmachtssituation zu geraten wie bei der Geburt Ihrer Tochter und Ihres Sohnes. Es ist gut, dass Sie diese Panik wahrnehmen und nach Hilfe rufen. Ganz wichtig ist in meinen Augen eine verlässliche Begleitung vor, während und nach der Geburt an Ihrer Seite. Das wird auch Ihrem Mann Sicherheit geben. Ich möchte Sie ermutigen, Ihre Bedürfnisse, Gefühle und Gedanken mit Ihrem Mann zu teilen und gemeinsam zu schauen, welche Atmosphäre sie beide im Krankenhaus brauchen, um vertrauensvoll und auf Augenhöhe mit dem Geburtsteam aktiv Ihr drittes Kind zur Welt zu bringen. Schön ist auch, wenn Sie Kontakt zu ihrem Kind aufnehmen und fragen, was es braucht. Manchmal können die Überforderung und die damit verbundenen heftigen körperlichen Reaktionen (Erbrechen, Kreislaufzusammenbruch) auch ein Hinweis auf die eigene Geburt sein, in der noch etwas angeschaut und geheilt werden möchte. In den Händen einer erfahrenen Doula, Beleghebamme und/oder Therapeutin werden Sie Kraft und Zuversicht für die Geburt tanken können. Ich wünsche Ihnen alles Gute dabei!
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