Willkommen auf dem Onlineforum für Kaiserschnittmütter


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Synni
» 15.September 2017 um 10:25Uhr «
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Ich war ja selbst noch nicht entlassen. Es wurden Worte wie Intensivstation, Blutaustauschtransfusion und bleibende Schäden in den Raum geschmissen. Die kommenden Tage waren ein Alptraum. Da bringt man ein gesundes Kind zur Welt und durch menschliches Versagen sollte unsere Tochter nun solche Probleme bekommen? Sie in ihrem Intensivbettchen zu sehen,splitterfasernackt, an jeder Hand, jedem Fuß Zugänge und Kabel, vollgepumpt mit Morphin, so zerbrechlich, eigentlich noch gar nicht gedacht für die Welt, sondern in meinem schützenden Bauch. Überall piepsende Monitore, Alarme und man steht als Eltern hilflos und machtlos daneben. Und unendlich viel Zeit zum nachdenken...
Ich habe mir selbst große Vorwürfe gemacht. Durch die spontane Geburt hatte sie ein großes Kephalhämatom, was mit zu ihren hohen Bilirubinwerten beigetragen hat. Zwar war der Wunsch nach einer Spontangeburt groß, aber nie größer als der Wunsch nach einem gesunden Kind. Ich hätte in diesen Stunden gerne die Zeit zurückgedreht. Und doch, auch bei einem KS hätte etwas schief gehen können. Es war ein auf und ab, ein hin und her der Gegühle.
Schließlich haben wir aber vorsichtig Entwarnung hinsichtlich bleibender Schäden bekommen, ganz wird man es aber erst auf Grund ihrer Entwicklung in den nächsten Jahren sagen können.
Gerade schwebe ich immernoch in einem Gefühlsvakuum. Die Freue über die Spontangeburt wurde aufgesaugt durch die Sorgen der Zeit danach und über die Ungewissheit des Ausgangs.
Ich frage mich schon, was das Leben mir damit sagen will. Vermutlich, das Geburt immer etwas Unvorhersehbares und Unberechenbares bleibt, auf das man sich einlassen kann, es aber nie planen kann. Das Freud und Leid nah beieinander liegen. Das Geburt nicht alles ist, sondern ein Teil bzw. der Anfang des Eltern werden und man alles in Relation betrachten muss.Und das egal ob KS oder Spontangeburt, es darauf ankommt, was danach kommt und was man daraus macht!
Eure Synni
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Synni,
herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihrer zweiten Tochter und schön, dass Sie sich melden! Ich habe beim Lesen zwischendurch den Atem angehalten und bin erleichtert zu hören, dass Sie und Ihre Tochter wohlauf sind. Was für ein schmaler Grat, auf dem Sie in diesen Stunden der Geburt gegangen sind. Sie haben es alle drei ganz wunderbar gemeistert, mit Hingabe und gegenseitiger Unterstützung. Da ist sie nun, die ersehnte Spontangeburt, mit Bonding, Beschnuppern, Würdigen der Plazenta und Nabelschnur, einer engelsgleichen Hebamme… Und im nächsten Atemzug eine Notsituation, die Sorge um das Leben Ihrer Tochter, die Vorwürfe und Schuldgefühle, während Sie bangen und warten. Es muss für Sie eine extreme Achterbahnfahrt der Gefühle sein. Sie beschreiben es so fühlbar und weise: das Leben ist unberechenbar, herausfordernd, geheimnisvoll und hat seine eigene Dynamik, die alle Grenzen sprengt. Und gleichzeitig ist es wunderbar und lädt uns ein, jeden Moment im Hier und Jetzt zu nehmen, wie er kommt. Ich sende Ihnen herzliche Grüße und viel Balsam für Ihr Mutterherz!
Synni
» 15.September 2017 um 09:55Uhr «
Hallo liebe Forumsleser!
Heute möchte ich hier den vermutlichen Abschluss meiner Geschichte niederschreiben.
Wie ihr wisst hatte ich einen KS mit meiner ersten Maus auf Grund beginnenden Amnioninfektionssyndrom und weil mein MM das Rennen gegen die Zeit und Interventionen verloren hat. Ich hatte super lange daran zu knapsen, es gab Schritte nach vorn, aber auch viele zurück.
Zurück in die Gegenwart mit SS Nr. 2. Auch dieses Mäuschen entschied sich, durch Blasensprung 4 Wochen zu früh die SS für beendet zu erklären. Und meine ganze Hoffnung auf eine intakte Blase bis kurz vor Schluss ist im wahrsten Sinne des Wortes geplatzt. Auch aus der Traum einer Geburtshausgeburt. Wir waren zu früh. Also wieder KH. Die folgenden Stunden waren in fast gespenstischer Weise meiner ersten Geburt gleich.... steigende Entzündungswerte und Fieber, ein MM der elendig langsam aufging, schließlich die PDA vom selben Anästhesist wie damals.Einziger und entscheidender Unterschied: wir hatten einen Engel von Hebamme. Und wenn ich sage Engel,dann nicht umsonst. Sie hat sich emotional und geburtshilflich so für uns ins Zeug gelegt. Und doch wieder abends die Entscheidung wegen schlechter werdender Herztöne zum KS. Ich muss sagen, ich hab mich einfach in mein Schicksal ergeben. Wie soll bei so viel Gleichheit auch was anderes im selben KH rauskommen? Der Op Betrieb wurde für uns pausiert, nur war nebenan eine Dame ziemlich zackig beim gebären und so mussten wir noch mal ne halbe Stunde warten, bis Hebamme und Ärtzin drüben fertig waren. In der Zeit war mein Mann der Hammer. Er hat seine Hände auf meinen Bauch gelegt und mit unsere Maus Zwiesprache gehalten. Hat ihr erzählt, wie unendlich wichtig es ihrer Mami wäre, dass sie mitmacht und wir das doch spontan hinbekommen. Als die Hebamme wieder bei uns war und mir das Op Hemd überzog, bat mein Mann um eine letzte vaginale Untersuchung. Ich werde das Gesicht und die Worte nie vergessen: Sie sind vollständig. Wenn Sie möchten, dürfen sie mitschieben. Ich habe mindestens ne Minute gebraucht, um das zu realisieren. Sollte der Krimi doch anders ausgehen? Die nächsten Worte holten mich zurück in die Wirklichkeit: Super lange darf das jetzt aber nicht dauern. Und ich hab Vollgas gegeben. Innerhalb von 30 Minuten war unsere Maus da, wurde mir auf den Bauch gelegt und wir haben gekuschelt. Ich habe alles, was ich letztes Mal so vermisst habe gemacht: Baby nackt angesehen, Nabelschnur pulsieren gefühlt, Plazenta angesehen etc... das war und ist für mich unvergesslich. Genauso, wie das, was folgte. Leider atmete sie nicht so gut und kam auf Kinderstation. Bei meinen Hormonen fand ich das noch nicht mal schlimm, ich konnte ja super aufstehen, Dammschnitt tar kaum weh. Leider wurde dann am 3 Tag ihr Biliwert nicht kontrolliert. Und als er am 4 Tag abgenommen wurde, lag er untopisch hoch. Ich hab heulend meinen Mann angerufen, er möge sofort kommen, um mit unserer Tochter, die notverlegt werden würde, mitzufahren.
Angela
Ort: Fröndenberg
» 13.September 2017 um 22:23Uhr «
(2)
Mein Mann musste dann nach Hause, es war bereits nach 21 Uhr, die Besuchszeit vorbei. Da lag ich nun - alleine, hilflos. Wenn mein Baby schrie, musste ich eine Schwester holen - ich war noch von der Hüfte abwärts betäubt. Zu Essen bekam ich nichts - ich hatte so einen Hunger, hatte seit Morgens nichts gegessen.
Schlafen konnte ich nicht - ich hatte immer noch Herzrasen. Eine Schwester verriet mir, dass ich mehrere Einheiten Adrenalin gespritzt bekommen hätte, daher sei das normal.

Die Zeit im Krankenhaus war schrecklich! Ich wurde gescheucht, sollte schnell aufstehen, rum laufen. Dabei rissen die Nähte ein - das sei nicht schlimm, laufen sei gut. Mein Kind wurde zu Untersuchungen weg geholt, einmal mitten in der Nacht, ich bekam es nicht einmal mit. Es wurden Dinge mit ihm gemacht, die ich nie wollte. Ihm und mir wurden ständig Blut abgenommen weil Verdacht auf Diabetes bestand, weil er so groß war. Wir hatten aber beide immer Top Werte.

Besucher kamen, keiner hatte wirklich Verständnis dafür, dass ich so Probleme damit hatte, dass es ein Kaiserschnitt war. Meine Schwiegermutter sagte "Sei doch froh, dann hast du keine Schmerzen". Ich hätte lachen können, wenn es nicht so traurig gewesen wäre. Ich hatte Schmerzen! Und was für welche! Beim Aufstehen, beim Laufen, beim urinieren und vor allem wenn ich versuchte mein Kind hoch zu nehmen. Beim Lachen dachte ich, die Nähte reißen wieder. Es waren Schmerzen, die nicht nur stark waren, sondern es mir unmöglich machten, mein Kind vernünftig zu versorgen!

Teilweise denke ich, ich habe meinen Frieden mit alledem geschlossen. Mir und meinem Kind geht es gut, ich liebe den Kleinen über alles. Aber es kommt immer wieder hoch! Die Hilflosigkeit, das fehlende Verständnis der Angehörigen und vor allem alles das, was mir genommen wurde! Was UNS genommen wurde!

Ich habe mich unendlich auf die Geburt gefreut! Nicht auf die Schmerzen - aber auf den Moment, wo man es geschafft hat, wo das Baby aus einem raus kommt, man auf seine eigenen Leistungen stolz ist, das Kleine auf den Bauch bekommt und alle Zeit der Welt hat, sich in Ruhe kennen zu lernen! All das hatte ich nicht - das Kind wurde aus mir raus geschnitten, gegen meinen und gegen seinen Willen. Dieser Cocktail aus Glückshormonen blieb aus und die Schmerzen setzten dann ein, wo sie eigentlich abklingen sollten.

Ich wünschte mir mehrere Kinder - aber nun habe ich Angst! Laut meiner Frauenärztin wäre es vermutlich das nächste Mal wieder ein Kaiserschnitt, da bei der Veranlagung das Kind wieder groß würde und bei vorausgegangen Kaiserschnitt dann die Gefahr zu groß wäre. Ich möchte das alles nicht erneut durchmachen müssen! Vermutlich werde ich mich deswegen gegen weitere Kinder entscheiden. Ich will mit diesem schmerzlichen Kapitel nur abschließen - auch wenn ich mir wahnsinnig gerne noch eine natürliche Geburt wünschen würde.
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Angela,
herzlich Willkommen im Forum und wie schön, dass Sie sich hier aufgehoben und verstanden fühlen. Aus Ihren Zeilen spricht tiefe Trauer und Entsetzen über die vielen Verluste, die Sie mit Ihrer Geburtserfahrung verbinden. So viel Hoffnung und Vorfreude, die innerhalb von einer Minute, in 5 Wörtern, wie von einer Windböe weggeweht und Ihnen die Kontrolle über dieses prägende Lebensereignis gewaltsam aus den Händen gerissen wurden. Sie hatten keine Zeit, diesen Schock zu verarbeiten, Sie konnten Ihren Sohn weder in Ruhe begrüßen noch zum ersten Mal stillen, es war so als ob Sie im falschen Film festgeschnallt einen Horrorfilm über sich ergehen lassen mussten. Ihre Angst vor einem weiteren Kaiserschnitt ist absolut nachvollziehbar. Sie dürfen sich, Ihrem Körper, Ihrer Seele, Zeit lassen, um das Erlebte behutsam zu verarbeiten. Die Narben und Wunden brauchen Raum und Zuwendung, um heilen zu können. Gerne können Sie auf Hilfe zurückgreifen, z.B. bei den Therapeuten aus unserer Beratungsadressdatei oder sich direkt bei mir melden, wenn es für Sie stimmig ist. Ich wünsche Ihnen alles Gute auf Ihrem Weg und viel Freude mit Ihrem Sohn!
Angela
Ort: Fröndenberg
» 13.September 2017 um 22:12Uhr «
(1)
Hallo liebe Mitleidenden,
auch ich möchte hier berichten. Da hier nur 3000 Zeichen sind, wird es wohl mehr als 1 Text.
Zunächst einmal - schön, dass es diesen Ort hier gibt. Ich habe hier viel gelesen und kenne viele der Gefühle selbst. Vor allem der Bericht von Jule trieb mir die Tränen in die Augen - ich erkenne so viel wieder!

Zu meiner Erfahrung:
Ich wollte nicht nur keinen Kaiserschnitt, ich wollte nicht einmal ins Krankenhaus - keine Zugänge im Arm, keinen Druck, keine Nächte in fremder Umgebung. Also entschied ich mich für eine Geburtshausgeburt.
Die Schwangerschaft verlief gut und gegen Ende ging ich nur noch zu meinen Hebammen zur Vorsorge. Aber am 19.06 (errechneter ET) musste ich aus rechtlichen Gründen nochmals zu einer ärztlichen Untersuchung. Da meine Ärztin im Urlaub war, ging ich ins Krankenhaus.
Ich erinnere mich noch an die Worte, die mir den Boden unter den Füßen wegrissen "Hier haben wir eine Beckenendlage" - ein Schlag ins Gesicht - eine Geburtshausgeburt ausgeschlossen.
Dann der nächste Schock - errechnetes Gewicht 4,5kg - Kopfumfang 40cm - so stimmt die Ärztin keiner natürlichen Geburt zu - es wird ein Kaiserschnitt. Ich könne mir aussuchen, heute Abend oder morgen Früh.
Ich war wie vom Donner gerührt - ich sagte erst morgen, wollte es verdauen. Dann wurde mir klar, dass eine Nacht nicht reichen würde - sie würde eh schlaflos, also besser sofort.
Somit kam ich eine Stunde nach den 5 Worten, die immer noch in meinem Gedächtnis wiederhallen, in den OP, immer noch wie betäubt von dieser Neuerung (vorher hieß es immer, der kleine läge SL).

Die OP selbst war schrecklich, das Ärzteteam aber super. Zwischendurch fiel mein Kreislauf ab - Blutdruck nur noch 59 zu 31 - mir wird schwarz vor Augen, ich dachte das war es jetzt. Ich bekomme Mittel in den Tropf gespritzt, bin auf einmal wieder voll da - Schweißausbrüche, Herzrasen. Dann war es soweit. Als der Kleine raus geholt wurde, wurde der Vorhang gelichtet, ich konnte ihn sehen. Ich fing an zu weinen vor lauter Überwältigung - es war nur ein kurzer Blick, dann brachten sie ihn weg. Ich konnte nichts machen, ihn nicht einmal anfassen! Jetzt weinte ich aus Verzweiflung.
Mir wurde so schrecklich übel, ich musste mich übergeben - nur Magensäure, ich hatte ja nichts im Bauch. Mein Magen will sich entleeren, wieder und wieder, ich kriege nicht mit, dass sie den Kleinen rein bringen - ich hänge nur noch mit dem Kopf über dem Beutel, den mir mein Mann hinhält.
Dann musste er raus. Ich musste eine gefühlte Ewigkeit alleine dort liegen. Dann hievten sie mich auf ein Krankenhausbett und fuhren mich in die Überwachung. Dort saß mein Mann mit unserem Sohn - mit einer Flasche in seinem Mund. Ich wollte protestieren, aber ich war so fertig. Ich wollte doch stillen! Ich wollte keine künstliche Nahrung.
Ich war ohnmächtig vor Hilflosigkeit, es wurde einfach alles für mich entschieden, ich hatte sämtliche Kontrolle verloren - und das als "Kontrollfreak", wie ich oft bezeich
Julie
Ort: Wien
» 29.August 2017 um 13:49Uhr «
Hallo!

Ich möchte heute nicht meine ganze Geburtsgeschichte erzählen, sondern nur ein paar Dinge benennen.
Ich hatte eine sekundäre Sectio nach 14h Wehen und einer Muttermundöffnung von 8cm. Meine Tochter war ein Sterngucker und ihr Kopf hat nicht mittig auf meinen Muttermund gedrückt. Ich hatte dadurch aber für mich unvorstellbare Schmerzen.
Ich habe mich sehr alleine gelassen gefühlt-obwohl mein Mann und meine Hebamme dabei waren. Letztere war die meiste Zeit nicht bei uns im Kreißsaal.
Niemand hat mich und mein Schmerzempfinden ernst genommen.
Ich kann bis heute nicht Verstehen, warum mich alle so lange leiden ließen.
Die PDA hat nicht gewirkt und es wurde nicht dafür gesorgt, sie noch einmal zu legen.
Über meine Entscheidung für den KS war ich dann nur mehr erleichtert, weil ich einfach nicht mehr konnte, nicht mehr vor lauter Schmerzen schreien, weinen und zittern wollte.
Die Hebamme wollte mich dann trotzdem noch weiter zu einem natürlichen Geburtsversuch überreden.
Sollten die ÄrtInnen und Hebammen nicht im Sinne der gebärende Frauen handeln?

Ich liebe meine mittlerweile 19 Monate alte Tochter und ich bin sehr froh, dass ich diese schwere Geburt überstanden habe.
Aber ich möchte ein zweites Kind bekommen und glaube, dass mich dann die erste Geburt noch beschäftigen wird. Ich weiß auch noch nicht ob ich mich dann gleich für einen geplanten KS entscheide oder es natürlich probieren.
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Julie,
vielen Dank für das Teilen Ihrer Geschichte. Ja, es war eine schwere und auf vielen Ebenen schmerzhafte Geburt. Die Schmerzen müssen für Sie so überwältigend gewesen sein, dass der Kaiserschnitt am Ende ein Stück weit eine Erlösung war. Nach 14 Stunden Kampf und gefühlt kurz vor dem Ziel mussten Sie sich von Ihrem Wunsch nach einer spontanen Geburt verabschieden. Genauso heftig war das Gefühl, mit diesen überwältigenden Schmerzen allein, ohne wirklichen Beistand zu sein. Bei dem Gedanken an Ihre Familienplanung machen Sie sich Sorgen, ob es nochmal zu einer ähnlichen Ohnmachtserfahrung kommen kann. Ihre Trauer, Ängste und Enttäuschung kann ich sehr gut nachempfinden. Es ist gut, dass Sie diesen Gefühlen Raum geben und die Bedürfnisse benennen, die damals aus Ihrer Sicht zu kurz kamen. Diese liebevolle innere Zuwendung wird Ihnen helfen, sich achtsam und vertrauensvoll auf eine weitere Schwangerschaft und Geburt vorzubereiten. Melden Sie sich gerne, falls Sie noch Fragen haben. Alles Liebe für Sie!
Panda12
» 14.August 2017 um 15:14Uhr «
2)die Spinal saß und ich dachte nur: Wenn sie jetzt eine Vollnarkose machen, wirst du deine Tochter nicht lebend sehen.
Zum Glück hat es letzten Endes doch noch geklappt und ich konnte meine Tochter nachdem sie von den Neonatologen versorgt wurde (Sedierung, Beatmung etc.) kurz sehen.
4 Stunden später ging es zur Intensivstation… im Rollstuhl mit einer ganz frischen Naht. 4 Stunden durften wir mit unserer Tochter verbringen und dann noch einmal 2 Stunden nachdem sie gestorben war.
2 Tage später bin ich ohne Kind nach Hause gefahren – und einer Naht die mich mit jedem Zwicken daran erinnerte, dass da ein Baby bei mir sein sollte.

Aber im Gegensatz zur 1. Schwangerschaft kam mein Körper wunderbar mit der Operation zu Recht. Die Wunde ist sehr schnell verheilt und (leider) ist meinen Körper trotz Abstillmedikamenten der Milcheinschuss sehr leicht gefallen.

Das ganze ist jetzt 13 Monate her. Und in 2 Wochen steht Kaiserschnitt Nr. 3 an. Auch dieser Kaiserschnitt stand nicht nur für die Ärzte sondern auch für mich außer Frage.
Und dieses Mal ist es nicht das Hadern nicht natürlich entbinden zu können, es sind die Ängste…
Wie wird der dritte Schnitt? Wie verkraftet das mein Körper? Hoffentlich kommt es nicht zu einer Uterusruptur… Wie sieht die Narbe wohl aus? Ist damit Schluss und man rät uns von weiteren Kindern ab?

Vielleicht wären die Ängste nicht so groß, hätten wir auch dieses Mal lange genug dazwischen gewartet. Eigentlich wollten wir auch länger warten, aber das Schicksal hatte wohl etwas anderes vor.

Ich bin gespannt, wie sich der dritte Kaiserschnitt dann anfühlt – wieder in der Klinik von der ersten Geburt, in die ich nach diesem Einleitungsdrama eigentlich nie wieder zurück wollte… die aber bei uns im Umkreis die einzige mit angeschlossener Neointensiv ist.

LG Panda12
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Panda12,
erstmal möchte ich Ihnen zu Ihrer Schwangerschaft gratulieren und Ihnen für Ihren berührenden Bericht danken! Auf dem Weg zu Ihrem dritten Kind haben Sie Freud, Leid, Schmerz, Glück und Ängste in unglaublich großer Intensität auf allen Ebenen (körperlich, seelisch, psychisch) erfahren. Insbesondere der Tod Ihrer Tochter war für Sie und Ihre Lieben ein schwerer Verlust. Es braucht viel Mut, Offenheit und Vertrauen, um sich nach solch heftigen Erfahrungen erneut für einen Geburtsprozess und die Seele zu öffnen, die jetzt auf die Welt kommen will. Wie fühlbar und natürlich sind da die Ängste, die Sie vor dem dritten Kaiserschnitt empfinden. Was brauchen Ihr Kind, Ihr Körper, Ihre Narbe, Ihr Geist, Ihr Herz, heute, hier und jetzt? Auf welche Bedürfnisse weisen Ihre Ängste hin (z.B. Sicherheit, Mitgefühl, Würdigung)? Ich wünsche Ihnen, dass das Geburtsteam in der Klinik, Ihre betreuende Hebamme und Ihr familiäres Umfeld Sie dabei unterstützt, die dritte Geburt und das Ankommen zuhause als einen heiligen und besonderen Moment in Ihrem Leben zu gestalten!
Panda12
» 14.August 2017 um 15:13Uhr «
1) Vor einigen Jahren habe ich hier schon einmal berichtet.
Mein Sohn kam nach 3 Tagen vergebener Einleitung mitten in der Nacht - nachdem es mir vom Kreislauf her immer schlechter ging - per sekundärer Sektio auf die Welt.

Ich habe damals arg damit gehadert, wollte so sehr, dass er auf natürlichem Weg auf die Welt kommt. Zu Beginn der Schwangerschaft hatte ich solche Angst vor der Geburt, wurde aber dann auch dank meiner Hebamme von Woche zu Woche ruhiger und selbstsicherer. "Ich schaffe das: Ich bin ja schließlich nicht die erste, die ein Kind bekommt und werde auch nicht die letzte sein." Einen Kaiserschnitt hatte ich so gar nicht auf dem Plan. Klar wusste ich so ungefähr wie es abläuft, hatte es aber abgetan. Das würde mir schon nicht passieren.

Tja nun ist es aber doch passiert und ich lag plötzlich mit einer schmerzenden Bauchwunde, einem gestressten Baby und Brüsten, die scheinbar den Milcheinschuss für unnötig hielten in der Klinik. Ich hatte damals das Glück nach 4 oder 5 Tagen mal alleine im Zimmer zu liegen für eine Nacht. Mein Sohn war auch mal einfach zufrieden und ich konnte ihn hochnehmen und mir ganz intensiv anschauen. Ich habe ihn dann begrüßt, mich vorgestellt und das war damals so unglaublich wichtig für unsere Bindung. Zu Hause mit viel Geduld und Hilfe meiner Hebamme hat das nach 4 schrecklich anstrengenden Wochen auch endlich mit dem Stillen geklappt. Um das Stillen habe ich gekämpft bis zur Erschöpfung, aber wenigstens das wollte ich meinem Sohn mitgeben können.

2 Jahre Wartezeit bis zur nächsten Schwangerschaft sollte ich einhalten, damit die Narbe gut verheilt. Für mich war klar, dass werde ich einhalten, wollte ich doch beim nächsten Mal der Natur einfach ihren Lauf lassen und mich nicht von Ärzten wegen Gewichtsschätzungen etc. zu einer frühen Einleitung überreden lassen. Ich hatte auch noch lange zu Kämpfen mit der Narbe und habe lange gebraucht wieder fit zu sein.

3 Jahre lagen dann zwischen Schwangerschaft 1 und 2. lange genug also... und doch kam alles anders. Ganz anders.
Im Gegensatz zu meiner 1. Traumschwangerschaft war die 2. Schwangerschaft von Tag 1 an ... mehr als bescheiden und ein furchtbar schreckliches Bauchgefühl hat mich begleitet... jeden einzelnen Tag. In der 22. Woche wurde aus meinem Bauchgefühl dann eine Diagnose und recht schnell war klar, meine Tochter würde um ihr Leben kämpfen müssen.
Die Frage ob, Kaiserschnitt oder nicht stand da gar nicht mehr im Raum. Wir wollten ihr ja den bestmöglichen und sichersten Start bieten und ich würde mich immer wieder so entscheiden.
Wenige Tage vorm Kaiserschnitt beim Aufklärungsgespräch traf mich dann der Satz: Sie wissen ja beim dritten muss es auch ein Kaiserschnitt werden. Ja so unterschwellig war das Wissen da, aber es so knallhart zu hören... ein schlimmes Gefühl.
Der Kaiserschnitt war so zweitrangig, viel zu groß die Sorge um mein Kind. Ich weiß noch, dass das Legen der Spinal nicht wirklich klappen wollte. Ca. 10 Mal wurde gest
Jule
Ort: Heidelberg
» 10.August 2017 um 19:54Uhr «
Hallo Zusammen,

ich bin es noch mal.
Was mich momentan auch sehr beschäftig ist, dass wir noch weitere Kinder haben wollen. Und ich weiß nicht, wie ich mich dann entscheiden soll.

Bei meinem letzten KS wurde meine Fehlbildung genauer angeschaut. Und der Arzt meinte, dass ich es versuchen könnte, natürlich zu gebären.
Aber hat er wirklich die Ahnung? Kann er das wirklich beurteilen?

Klar, wenn das nächste Kind richtig rum liegt, dann ist der KS gar kein Thema.
Aber wenn nicht? Eine Bekannte hatte auch eine BEL und hat es natürlich versucht. Nach 33 Stunden Wehen musste ein Notkaiserschnitt gemacht werden. Das wäre mein absoluter Horror.
Dann verpasse ich auch noch die ersten Stunden mit meinem Kind. Ich komme ja jetzt schon nicht wirklich darüber hinweg. Wie würde es mir da dann nur gehen?
Und will ich das alles aufs Spiel setzen? Aber wenn ich wieder einen KS machen lassen, ist es der 2. Und ich habe keine Chance mehr auf eine natürliche Geburt.

In meinem Umfeld versteht mich keiner. Für die ist das kein Thema.

Ich weiß es ist noch Zeit. Aber was mache ich dann. Ich möchte irgendwie jetzt schon damit abschließen. Ich will ganz entspannt der nächsten SS entgegen blicken können.

Grüße.
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Jule,
herzlich Willkommen im Forum und vielen Dank für das Teilen Ihrer Erfahrungen. In jeder Zeile ist zu spüren, dass Sie den Kaiserschnitt nicht wollten. Sie wollten Ihren Sohn aktiv zur Welt bringen. Stattdessen mussten Sie eine große Bauchoperation erleben und waren sowohl in der Schwangerschaft wegen der Besonderheit Ihrer Gebärmutter als auch nach der Geburt angesichts der Fehlbildung von Noas Hand ganz in Sorge. Es fühlt sich für mich so an, als hätten Sie mehr Zeit, Begleitung und Raum gebraucht, um sich in diesen ganz anderen Geburtsablauf des Kaiserschnitts in Ihrem Tempo einschwingen und präsent sein zu können. Vielleicht hilft es Ihnen, wenn Sie der Trauer um den Verlust Ihrer Wünsche Ausdruck verleihen, z.B. in Form eines Rituals. Auch kann das Hineinspüren in den Körper Ihnen die Möglichkeit geben, den heiligen Moment des Gebärens auf Ihre Art zu gestalten und nachzuempfinden. Liebevolle körpertherapeutische und emotionale Begleitung kann Sie so ganzheitlicher bei Ihrer Geburtsverarbeitung unterstützen. Ich wünsche Ihnen alles Gute dabei!
Jule
Ort: Heidelberg
» 10.August 2017 um 00:26Uhr «
Hallo Zusammen,

Für mich war immer klar, ich will keinen Kaiserschnitt. Ich will mein Kind SELBER auf die Welt bringen. Auch wenn es hart wird.

Und dann konnte sich unser kleiner Mann einfach nicht drehen. Ich habe eine anders geformte Gebärmutter (uterus supseptus) und ab einer gewissen Größe ist wohl einfach nicht mehr genug Platz zum Drehen.
Aber Grundsätzlich kann man ja auch Beckenendlagen natürlich gebären. Also sind wir extra nach Frankfurt, um uns beraten zu lassen. Aber nach einigen Untersuchungen rieten auch die uns, zu einem KS.
Also fügte ich mich schweren Herzens. Ich meine, Hauptsache unserem Kind geht es am Ende gut. Und meine Schwiegermutter meinte immer nur, "ist doch gut, hast du weniger Schmerzen."

Dann kam der KS und ich habe nichts mitbekommen. Und das was ich vom Ablauf mitbekommen habe, habe ich vergessen...

Es meinten immer alle, du merkst, wie die dich aufmachen und dann Kind raus holen. Aber ich war einfach noch zu sehr mit dem Gefühl der Nakose beschäftig. Und habe einfach nichts mitbekommen. Das Drücken auf meine Rippen habe ich gespürt. Aber ich dachte die Reiben mich noch ein und schauen nur schon mal. Mit mir/bzw. uns hat ja auch niemand geredet.

Und dann schrie da mit mal ein Baby. Ich dachte im Nachbarraum bekommt noch jemand ein Kind. Aber nein - das war MEIN Baby.

Ich habe mein Kind also nicht nur, nicht selber auf die Welt gebracht, sondern ich habe es noch nicht mal mitbekommen.

Sie haben ihn uns dann (glaube ich) kurz gezeigt. Und dann ging es zur U1. Unser Sohn hat leider eine fehlgebildete Hand. Das wussten wir vorher nicht.
Das heißt das erste woran ich mich erinnern kann ist, wie sie uns die Hand nach der U1 gezeigt haben. Eigentlich war das für mich an dem Tag gar nicht entscheidend. Aber trotzdem hat sich dadurch alles geändert.

Ich habe Noa danach auch auf die Brust bekommen und er durfte die ganze Zeit bei mir bleiben.

Aber ich habe einfach das Gefühl, ich habe soviel verpasst. (Durch den KS und auch durch die Hand, da vor allem mein Mann sich dadurch erst einmal nicht wirklich freuen konnte. Zu Groß war die Sorge)

- Die Geburt
- Wie sich Wehen anfühlen (Es mag nichts schönes sein. Aber i-wie ...)
- Das Gefühl es geschafft zu haben
- Das mein Mann stolz auf mich ist.
- Das wir uns glücklich in den Armen liegen

Für mich ist ein Kaiserschnitt einfach immer noch nur ein KS und keine Geburt ... So fühlt es sich zumindest an.

Noa und ich hatten dann auch ziemliche Startschwierigkeiten. Die ersten Tage konnte ich mich nicht wirklich um ihn kümmern. Ich hatte einfach immer Schmerzen. Das fand ich sehr schlimm. Ich wollte mich doch um meIn Kind kümmern.
Zuhause hatte ich dann einfach nicht so starke Gefühle und dazu kamen noch starke Stillprobleme. Aber das wollte ich nicht auch noch hergeben.

Nun ist er fast 15 Monate. Und ich liebe ihn über alles. Ich bin mir ihm/mit uns total im Reinen.

Nur mit dem KS kann ich einfach nicht abschließen. Es holt mich immer w
motherlove
» 12.Juli 2017 um 18:47Uhr «
Hallo und Hilfe,

Ich empfinde keine Muttergefühle.
Vor etwas über einem Jahr hatte ich einen Kaiserschnitt und das war, nach der problemlosen Schwangerschaft, eine sehr große Enttäuschung für mich. Obwohl ich mir schon Hilfe geholt habe, bin ich immer noch sehr traurig, dass ich keine Spontangeburt hatte.

Jetzt ist es so, dass ich manchmal das Gefühl habe, dass ich mein Baby nicht liebe und keine Muttergefühle habe. Es kommt vor, dass ich sie anschreie, oder sie einfach weinen lasse. Außerdem habe ich ihr heute einfach den Brei mit dem Löffel in den Mund geschoben, obwohl sie geheult hat und gar keinen Brei essen wollte. Ich frage mich, ob mit mir irgendetwas nicht stimmt, denn sie ist wirklich ein ganz tolles Baby.

Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.

Eine sehr traurige A.
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe motherlove, liebe A.,
vielen Dank für das Teilen Ihrer Gefühle. Ihre tiefe Enttäuschung und Trauer ist sehr gut fühlbar. Diese Gefühle sind so überwältigend, dass Sie momentan kaum Energie haben, um Ihrer Tochter und deren Bedürfnissen zu begegnen. Sie merken, dass Sie selbst ganz viel Fürsorge, liebevolles Mitgefühl und Aufmerksamkeit brauchen, um gut in Kontakt mit Ihren Bedürfnissen und Gefühlen zu sein. Wie gut, dass Sie sich melden und nach Hilfe rufen. Intuitiv fühlt es sich für mich so an, dass die Geburt Ihrer Tochter ein tiefer liegendes Trauma aus Ihrer Biografie bei Ihnen aktiviert hat. Ich möchte Sie deshalb ermutigen, sich dringend professionelle Unterstützung zu holen (z.B. aus der Beratungsadressliste). Eine erfahrene Fachfrau kann Sie ganz wahrnehmen und mit Ihnen schauen, was es jetzt braucht, damit Sie Schritt für Schritt ins Gleichgewicht kommen und die Bindung zu sich und Ihrem Kind heilen können. Hilfreich ist auch, wenn in Ihrem Umfeld (Familie, Freunde) jemand da ist, dem Sie ihre Tochter anvertrauen können, während Sie für sich sorgen und durchatmen. Auch kann der Austausch mit Frauen, die Ähnliches erlebt haben (z.B. in einem Gesprächskreis) für Sie entlastend und heilsam sein. Ich sende Ihnen einen herzlichen Gruß in Ihren Tag!
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