Willkommen auf dem Onlineforum für Kaiserschnittmütter


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Jarina
» 02.Mai 2017 um 20:50Uhr «
Hallo liebe Julia und liebe Dominique,
ich kann eure Erfahrungen und Gefühle sehr gut nachvollziehen, da ich selber schon zwei (Not)Kaiserschnitte hatte...ich wünsche euch, dass ihr es weiter gut verarbeiten könnt und dir Dominique wünsche ich alles Gute für die bevorstehende Geburt im Juli. Mich würde es wirklich sehr interessieren wie es bei dir ausgeht. Ich denke nämlich nicht jedes Krankenhaus erklärt sich bereit für eine Spontangeburt nach 2 Kaiserschnitten. Und falls es bei mir zu einer dritten Schwangerschaft kommen würde...ja, das beschäftigt mich schon sehr. Auf jeden Fall eine Spontangeburt anstreben!!! Das ist das wichtigste!
Liebe Grüße und mein Mitgefühl sendet euch
Jarina
Julia
Ort: Leipzig
» 03.April 2017 um 15:34Uhr «
Hallo an alle,

ich bin das erste Mal hier und bin froh, nicht alleine mit meinen KS-Erlebnissen zu sein! Danke für eure Berichte. Mir geht es eon bisschen wie dir, Dominique, ich bin auf die Antworten gespannt.

Ich habe selber zwei KS haben müssen (den ersten geplant wegen BEL, den zweiten wegen Geburtsstillstand). Grade der zweite geht mir noch sehr nach.
Meine SS waren beide problemlos und zumindest beim zweiten Mal habe ich gedacht, es würd alles glatt gehen. Die Kleine saß auch da zunächst auf dem Popo, aber drehte sich noch um die 35. SSW (ich habe vor lauter Verzweiflung vorher eine Hypnosesitzung ausprobiert, wer weiß, ob es geholfen hat?! ). Einige Tage nach ET hatte ich einen vorzeitigen Blasensprung, (den ich zunächst gar nicht bemerkt habe), tagelange Einleitung und Wehen... naja und dann wollte das Köpfchen nicht dahin, wo es sollte, also leider alles umsonst und es kam wieder zum KS. (Obwohl ich mir so fest vorgenommen hatte, dass ich das nicht zulassen würde! Soviel zum Thema Konsequenz unter Wehen!)

Ich war sehr enttäuscht, denn ich hatte es ja diesmal fast geschafft (der Muttermund war schon komplett offen; bis dahin hatte ich eine ganz tolle Hebamme; der Stillstand kam mit dem Schichtwechsel - die 'neue' Hebamme hatte mir schon am Vortag gesagt, das würde ein KS, weil bis dahin die Wehen noch nicht Muttermundwirksam waren, was dann ja auch nicht stimmte - aber ich kann beim besten Willen nicht beurteilen, ob es bei einer anderen Betreuung geklappt hätte, ich will niemandem Unrecht tun und ich bin kein Arzt! ). Gut getan hatte mir, dass ich zumindest die 'volle Dröhnung' Wehen mitgenommen habe, irgendwie habe ich mich bei diesem zweiten KS schneller erholt als beim ersten.

Ich würde nun gerne eine Frage los werden:

ich habe schon das Buch "Meine Wunschgeburt" von Taschner/Scheck gewälzt und mich viel umgehört. Wie stehen die Chancen dafür, bei einem dritten Kind nochmal normal zu entbinden (natürlich vorausgesetzt, dass es keine Auffälligkeiten gibt)?

Die Autorinnen dort empfehlen unter normalen Umständen und auf Wunsch durchaus, auch nach zweifachem KS, spontan zu entbinden, das Rupturrisiko sei nicht viel höher, als sich bei einem erneuten KS Schaden zuzufügen.

Ich habe auch durchaus Horrorgeschichten von Rupturen zu hören bekommen, mir ist also klar, dass damit nicht zu spaßen ist! Vielleicht würde ich es mich auch gar nicht trauen, wenn die Möglichkeit bestünde! Und ich sehe das auch durchaus kritisch, das Wichtigste ist die Gesundheit des Babys, nicht mein persönliches Wohlbefinden. Es wäre also erstmal nur eine grundsätzliche Frage. (Und natürlich wünsche ich es mir sehr, ich würde so gerne eine natürliche Geburt erleben.)

Reißt mir bitte nicht den Kopf ab, wenn das eine dumme Idee ist, ich kann das überhaupt nicht einschätzen und will mich einfach nur erkundigen, damit ich weiß, worauf ich mich bei einem möglichen dritten Kind einstellen muss!

Vielen Dank und schöne Grüße
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Julia,
willkommen hier im Forum! Herzlichen Dank für Ihre Frage, die weder dumm noch ungewöhnlich ist. Ganz im Gegenteil, viele Frauen beschäftigt die Frage nach den Risiken und möglichen Komplikationen bei einer erneuten Geburt. Statistisch gesehen ist das Risiko einer Uterusruptur nach vorheriger Sectio mit 0,06-2% leicht erhöht im Vergleich zu vaginalen Geburten. Letztendlich lassen sich der Verlauf einer Geburt und die damit verbundenen Entscheidungen – wie das Leben selbst – nicht mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit vorhersagen oder absichern. Neben einer fundierten medizinischen, ganzheitlichen Abklärung braucht es viel Mut und Demut, um sich einem Prozess anzuvertrauen, der viel Ungewissheit und Veränderung mit sich bringt. Wie ist es bei Ihnen, liebe Julia? Was verbinden Sie mit einer Spontangeburt, welcher Heilungswunsch verbirgt sich für Sie persönlich hinter dieser Sehnsucht? Ich wünsche Ihnen viel Neugier und Freude beim Erforschen Ihrer Weiblichkeit!
Dominique
Ort: Ansbach
» 02.April 2017 um 20:24Uhr «
Hallo,
meine Geschichte beginnt 2011 mit meiner ersten Schwangerschaft, die bis zur Geburt problemlos verlief. Ursprünglich sollt mein Kind im Geburtshaus zur Welt kommen. Doch nach dem Blasensprung und wehen alle 5 min wollte mein Muttermund nach mehreren Stunden nicht aufgehen und die Herztöne meines Kindes vielen bei jeder Wehe ab. Die Hebamme meinte es wäre ratsam einen KS in der Klinik zu machen. Dort wurde eine PDA gelegt und noch einige Stunden verstrichen, während man im OP ein nicht atmendes Bündel heraus schnitt, das ich erst 1 1/2 Tage später zu Gesicht bekam und nicht in meinen Armen halten durfte. Das aller Schlimmste was mir passiert ist. Man zeigte mir im Aufzug ein Bild meines Kindes und teilte mir mit, dass es in die Kinderklinik müsse und ich erst am nächsten Tag mit verlegt werden könne. Mein Mann durfte unseren Sohn kurz halten und sehen, für mich blieb keine Zeit....es war schlimm es aushalten zu müssen und nicht aufstehen zu können. Ich habe nicht lange darüber nachgedacht, ob es mein Kind ist oder nicht. Ich habe ihn voll gestillt und wir haben viele Nächte lang Stunden lang geweint. Nach einer Gewissen Zeit dachte ich es ginge mir gut damit und ich wurde bald wieder schwanger mit dem 2. Kind. Ich hatte etwas Angst vor der 2. Geburt und wir gingen wieder ins Geburtshaus. Die Geburt begann mit einem Blasenriss und die Wehen kamen wieder alle 5 Min. Geburtsfördernd waren sie nicht. Der Muttermund wollte sich nicht öffnen und es war wieder wie bei der ersten Geburt.....es kam alles hoch und ich brach in Tränen aus. Meinem Kind ging es gut und ich wollte am Ende ein gesundes Kind in Händen halten und entschied mich für einen KS, weil ich vom Wehentropf etc nichts halte und Angst hatte es würde für mein Kind schlecht enden und ich könnte es wieder nicht sehen. Die Angst mein Kind nach der Geburt wieder nicht sehen zu dürfen war so groß, dass ich mich wieder für diesen Schnitt entschied, was ich natürlich bereue und aus meiner nicht verarbeiteten ersten Geburt heraus entschied. Nun fast 6 Jahre später bekomme ich nun im Juli mein 3. Kind und ich möchte gerne spontan gebären. Ich habe angefangen mein Trauma durch Narbenentstörung, Craniosacraltherapie und das Lesen verschiedener Bücher auf zu arbeiten. Meine Wunschgeburt, Ina May Gaskin und das Hypnobirthing Buch...ich hoffe, dass die Klinik für die ich mich entscheide mich unterstützt und meine SS weiterhin gut verläuft. Mittlerweile ist es keine Angst mehr mein Kind nach der Geburt vielleicht nicht sehen zu können, sondern ein kleiner stechender Schmerz mit dem Wissen, dass ich jetzt klarer bin mit dem wie die Geburt in beiderlei Hinsicht aussehen soll und ich möchte es schaffen mein 3. Kind spontan zu bekommen, doch ein leiser Zweifel bleibt. Das war jetzt ganz schön viel und die hässlichen Details habe ich ausgelassen, doch gerne würde ich die letzten Zweifel ausräumen können. Gibt es hier jemand der nach 2 KS eine spontan Geburt hatte?
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Dominique,
vielen Dank für Ihren Eintrag und Ihren Mut. Es ist nicht selbstverständlich, sich nach schweren Geburten wieder für ein Kind zu öffnen. Bei der ersten Geburt waren Sie lang von Ihrem Sohn getrennt, bei der zweiten Geburt mussten Sie einen Kaiserschnitt erfahren, obwohl Sie gerne spontan entbunden hätten. Da ist es absolut verständlich, dass Sie bei ihrem 3. Kind nichts unversucht lassen wollen, um Ihnen beiden eine schöne Spontangeburt zu ermöglichen. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass Sie bei der Vorbereitung auf die dritte Geburt einen erneuten Kaiserschnitt berücksichtigen und schauen, ob es noch Stimmen gibt, die Zuwendung brauchen. Zum Beispiel die Stimme in Ihnen, die die Entscheidung zum 2. Kaiserschnitt bereut oder die Zweifel, die sich melden. Wenn Sie behutsam in sich reinspüren und alle Anteile – Frau, Mutter, inneres Kind, Herz, Kopf, Bauch – berücksichtigen, wird dies Ihnen zusätzlich Selbstvertrauen geben. Ihre Hebamme, Craniosacral- oder Psychotherapeutin kann Ihnen helfen, diese Art der Verbindung zu Ihrem 3. Kind über die Geburt hinaus zu festigen. Ihnen und Ihrer Familie sende ich viel Kraft und viele Grüße nach Ansbach!
Mara
» 24.März 2017 um 09:42Uhr «
Liebe Teilnehmer, liebe Teilnehmerinnen,

eine Freundin hat mir das Forum hier empfohlen und ich hoffe durch das Aufschreiben meiner Gedanken ein wenig Ordnung in sie zu bringen.

Mein Sohn ist nun 15 Monate alt und ein wunderbarer Sonnenschein. Die Schwangerschaft war bis auf die letzten zwei Monate wunderbar. Ich hatte eine sehr schöne Zeit. Ich bin im Sozialbereich tätig und habe bis zum letzten Tag gearbeitet. Eben an diesem Tag hatte ich eine Gyn-Untersuchung und ab dann hieß es liegen, da mein Muttermund bereits eröffnet und Trichterförmig war. Zwei Wochen Krankenhaus mit Wehenhemmern und Lungenreife waren die Folge. Mein Sohn kam dann trotz allem 3 Wochen zu früh. Um 4 Uhr morgens hatte ich einen hohen Blasensprung dann um 13 Uhr, da die Wehen nicht mehr wurden eine Einleitung und dann bis 21 Uhr einen Wehensturm. Dann um 21 Uhr ging es mit meinen "natürlichen" Wehen los bis 4 Uhr früh. Dann wurden die Herztöne meines Babys schwach und es hieß: Notsectio. Sehen konnte ich dann meinen Sohn um 8 Uhr früh. Und ich wartete, ich wartete auf das unbeschreibliche Glücksgefühl dass mir alle beschrieben hatten. Auf das sogenannte Mutterglück. Aber nichts davon wollte sich einstellen. Das Stillen klappte nur mit Stillhütchen und Schmerzmittel. 4 Wochen konnte ich nur mit max. Dosis an Schmerzmittel stillen. Danach wurde es besser. Mein Sohn war in den ersten Monaten ein Schreibaby. Osteopathie, Physiotherapie folgten. Und das Mutterglück wollte immer noch nicht kommen. Irgendwann nach 3-4 Monaten hatte ich meine (nach heutiger Sicht) postpartale Depression überwunden. Und endlich endlich konnte ich eine Beziehung zu meinem Sohn aufbauen. Aber es war schwer. Und jetzt .... jetzt sind wir ein wunderbares Team. Wir stillen nach wie vor - weil es mir, und ich glaube auch meinen Sohn, sehr gut tut. Jetzt macht es mir Schwierigkeiten den kleinen Mann auch mal abzugeben, und ich schaffe es nur sehr schwer. Er ist außerdem ein sehr schüchternes Kind und das macht es mir auch nicht unbedingt leichter.
Ich hoffe die Wunden werden irgendwann heilen.
Danke
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreung: Liebe Mara,
vielen Dank für Ihre Zeilen. Mutterglück hat viele Facetten, es ist etwas Individuelles, das sich verändert und entwickelt. Wie schön, dass Sie nach den Startschwierigkeiten eine innige Beziehung zu Ihrem Sohn gefunden haben. Gerade weil Sie eine heftige Geburt erlebt haben, bei der Sie ja auch von Ihrem Sohn getrennt waren, kann ich absolut nachfühlen, dass es Ihnen schwer fällt, Ihren Sohn abzugeben. Für viele Mütter gehört das Getrennt-Sein vom Kind zu den traumatischsten Geburtserfahrungen. Bleiben Sie weiterhin so achtsam mit sich und Ihrem Sohn, lassen Sie sich Zeit dabei. Welchen Rahmen brauchen Sie, was braucht Ihr Mutterherz, jetzt? In welche Hände können Sie sich vorstellen, Ihren Sohn mit gutem Gefühl zu geben? Vielleicht tut es Ihnen gut, sich mit anderen Müttern auszutauschen und vertrauensvoll an liebe Freundinnen zu wenden, die Sie bedingungslos mit Ihren Gefühlen annehmen. Auch die Unterstützung einer Fachfrau aus dem Netzwerk kann Ihnen helfen, diesen Schritt der erneuten Abnabelung sanft zu vollziehen. Ich wünsche Ihnen alles Gute dabei, liebe Mara!
Sonnenschein
» 18.Februar 2017 um 10:15Uhr «
Seit über zwei Jahren schaue ich nun immer mal wieder hier im Forum vorbei, lese und schreibe, was mir sehr geholfen hat, den KS meines ersten Kindes zu verarbeiten. Letztes Jahr nun wurde ich wieder schwanger, das Kind war wieder eine Steiß-/Querlage und damit waren alle Erinnerungen und Ängste wieder da. Auch in dieser Situation fand ich hier wieder aufmunternde und Mut machende Worte. Letztlich war ich, denke ich, viel besser vorbereitet, viel mehr bei mir und meinem Kind als beim ersten Mal. Ein paar Sorgen waren noch da, doch dem zweiten Wunschkind zuliebe hielt ich mich an dem Gedanken fest, wenn ich es einmal geschafft habe, dann schaffe ich es auch noch einmal. Und so ging ich am 30.12. in die Klinik, um einen Termin für den Schnitt zu machen. Die Hebamme dort tastete noch einmal meinen Bauch ab und meinte Kopf schüttelnd: "Tut mir leid, das ist noch immer eine Steißlage." Es folgte die Ärztin mit dem Ultraschallgerät, sie hielt den Schallkopf auf das vermeintliche Köpfchen. Ich schaute gar nicht hin, wollte es eigentlich gar nicht hören, da vernahm ich die Worte: "Das ist kein Kopf, das ist der Po." eine kurze Pause, ein erneutes Aufsetzen des Schallkopfes und es hieß: "Hier ist der Kopf." Ich war total verwirrt, was hieß denn hier sei der Kopf, die Ärztin war doch grad an meinem unteren Bauchende. Da erst hob ich den Blick zum Monitor, dann sah ich in das strahlende Gesicht meines Mannes und da begriff ich erst, was los war. Mein Weihnachtswunsch hatte sich erfüllt, der kleine Mann hat sich tatsächlich in der 38. Schwangerschaftswoche noch gedreht. Dieses Gefühl kann ich nicht beschreiben und zwei Wochen später kam dann mein Sohn per Spontangeburt zur Welt. Ich war schon Mutter eines Kindes, aber das war alles neu für mich. Und dieses Wahnsinnsgefühl wollte kein Ende nehmen, ich erlebte alles wie in Zeitlupe. Ja die Schmerzen waren irre, aber es passierten so viele Dinge, die ich bis dahin nicht kannte. Ich konnte mein Kind spüren wie es sich den Weg auf die Welt bahnte, konnte diesen Moment erleben, mein Kind sehen, mein Mann war dabei, auch er erlebte zum ersten Mal wie eines unserer Kinder das Licht der Welt erblickte, er hielt meine Hand, das gab mir so viel Kraft und er schnitt die Nabelschnur durch. Dann legte man mir den Kleinen auf die Brust und da blieb er. Niemand nahm ihn wieder weg. Eine gefühlte Ewigkeit lagen wir so im Bett, beide erschöpft und er blintzelte mich an. Ich konnte ihn anlegen und er trank, alles gesund, alles dran. Wir durften aufs Zimmer und nach drei Tagen wieder heim. Diesmal wurde mir all das zu Teil, was mir beim ersten Mal verwehrt blieb und ich denke gerade aufgrund des Kaiserschnittes wusste ich es diesmal ganz anders zu schätzen, was für ein Geschenk. Zwei Kinder, zwei total verschiedene Schwangerschaften und Geburten und ich liebe sie beide über alles. Abschließend vielleicht noch ein Satz: Wir bekommen selten, das, was wir uns wünschen, sondern das, was wir brauchen, um daran zu wachsen. Danke.
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Sonnenschein,
herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihres Sohnes und wie schön, dass Sie uns an Ihrer Freude und Rührung teilhaben lassen! Willkommen auf dieser Welt, kleiner Sonnenschein In den letzten Jahren sind Sie einen weiten, herausfordernden Weg gegangen und haben unglaublich an Stärke, Weisheit und Selbstvertrauen gewonnen. Genießen Sie diese besonderen ersten Wochen, in all der Ruhe und Zartheit, die es braucht, um sich kennenzulernen und zu beschnuppern. Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute und Liebe auf Ihrem Weg!
Andrea
Ort: Wiesbaden
» 03.Februar 2017 um 23:19Uhr «
Liebe Frau Singirankabo, liebe Forumteilnehmerinnen

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Inzwischen geht es mir besser. Was mir sehr geholfen hat, waren die Sitzungen bei einer Fachberaterin für Emotionelle Erste Hilfe. An dieser Stelle vielen Dank dafür.

Um auf Ihre Fragen zurückzukommen:
Es ist ein Mädchen geworden.
Meine Gefühle, gegenüber meinem Baby, sind immer noch zwiespältig. Meine Muttergefühle entwickeln sich tatsächlich wie ein zartes Pflänzchen. Ich würde sagen Herz und Bauch sind die Orte, wo diese Gefühle verortet sind.
Inzwischen ist die Stelle an der Narbe auch nicht mehr taub, aber ich zucke trotzdem noch zusammen, wenn sie berührt wird.
Außerdem habe ich nicht mehr das Gefühl versagt zu haben, viel mehr ist es eine Art Trauer darum, dass vieles anders war, als ich es mir vorgestellt habe, aber woran ich nicht schuld bin.

Demnächst werde ich mich noch mit der diensthabenden Hebamme, die mich bei meiner Geburt begleitet hat, zusammensetzten. Auch hier noch ein Dankeschön. So fügen sich die Puzzleteile zusammen, aber vergessen wird es nie sein.

Ich wünsche allen, dass sie ihren Weg finden.

Inga & Andrea
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Andrea,
wie schön von Ihnen zu hören! Es freut mich sehr, dass es Ihnen besser geht und die Beziehung zu Ihrer Tochter sich vertieft. An dieser Stelle ein herzliches Willkommen an Dich, liebe Inga! Ich finde es beeindruckend, wie viel sich in den letzten Monaten bei Ihnen entwickelt hat. Es ist heilsam zu erfahren, dass man verstanden wird und sich Hilfe holen darf. Das haben Sie ganz wunderbar gemacht, liebe Andrea. Die Erinnerung an die Kaiserschnitterfahrung wird mit der Zeit einen stimmigen Platz in Ihrem Gesamtbild finden. Die Geburt wird nicht vergessen, sondern gesehen, geachtet und gewürdigt als ein Erlebnis, das zu Ihrer ganzheitlichen Entwicklung als Frau und Mutter beiträgt. Ich wünsche Ihnen, dass Ihre Rückmeldung bei der Hebamme auf offene Ohren stößt und sende Ihnen viele liebe Grüße nach Wiesbaden!
Kris
» 09.Januar 2017 um 14:54Uhr «
Liebe Flavie Singirankabo,
danke für Ihre so einfühlsamen Worte.
Ich habe beim Lesen in mich hineingehört und ich habe ganz viel gespürt. Ja, da sind weiterzurückgehende Verletzungen - und das, was ich dabei fühle ist engen verbunden damit, was die Narbe in mir auslöst. Spricht also schon für eine Retraumatisierung durch die Notsectio. Ganz aufgewühlt hat mich die Frage, wie es ist zu erfahren, dass man als Tochter, Mutter und Frau bedingungslos geliebt wird. Das kann ich mir für mich nicht vorstellen. Meine Kinder, ja. Sie lieben mich bedingungslos. Und ich sie - und es macht mich glücklich. Aber alle anderen? Wenn ich darüber nachdenke, spüre ich Selbstzweifel und Selbsthass. Ich halte mich selbst immer noch nicht für besonders liebenswert. Viele Teile in mir habe ich angenommen, aber hier an diesem Punkt merke ich, wie sehr ich mich selbst noch ablehne. Ich bin etwas ratlos, dass das nach 1,5 Jahren Therapie noch so ist.
Danke für Tipps, womit ich meine Therapie kombinieren könnte. Ich habe mir intuitiv einmal Feldenkrais angesehen. Es spricht mich an und ich werde es probieren.
Aber ich muss zugeben, dass ich zweifle. Bewusste Bewegungen sind gut, das habe ich schon gespürt. Aber ich frage mich, wie genau sie dazu beitragen können, dass ich meine Narbe akzeptiere.
Und zum Schönfinden der Narbe: Ich habe versucht, das Gefühl und die Ablehnung so zu nehmen, wie sie sind. Den Schmerz anzunehmen, wie er ist. Ich versuche es auch noch, weil ich weiß, dass ich ein Gefühl, das ich verdränge, nicht umwandeln kann. Aber es geht schon so lange - über 5 Jahre. Und ich würde mich so gerne wohlfühlen und mich frei(zügig) bewegen. Daher kommt die Erwartung, dass ich die Narbe doch eines Tages schön finden muss. Dass es doch irgendwann vorbei sein muss und ich mich selbstbewusst zeigen kann, wie ich bin.
Ich habe keine Ahnung, wie es weitergeht. Ich will mich um das verletzte Kind in mir kümmern und hoffe, dass die Wunde irgendwann heilen wird.
Viele Grüße
Kris
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Kris,
vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Sie haben ein ganz feines Gespür für Ihre Bedürfnisse, mit Offenheit, Ausdauer und einer großen Portion Mut gehen Sie Ihren Weg der Verarbeitung. Es ist alles andere als selbstverständlich, mit solcher Hingabe auf die schmerzhaften Anteile und Themen zu schauen. Hierfür gebührt Ihnen ganz viel Hochachtung, Respekt und Mitgefühl. Manchmal braucht es in den Momenten, in denen man erschöpft, ratlos und überfordert ist, ein Innehalten, eine wohltuende Pause, um zu sich kommen. Dann ist es wichtig, ganz liebevoll mit sich umzugehen und die Wegstrecke wertzuschätzen, die man gegangen ist. Für das innere Kind, die kleine Kris in Ihnen, ist es schön und erholsam, wenn es einfach mal Kind sein darf, ohne sich anstrengen zu müssen. Einfach so sein, wie man ist, auch und gerade im Selbsthass und in der Ablehnung, mit allem. Um dann aus dem Moment heraus zu schauen, wonach die kleine Kris sich sehnt. Vielleicht möchten Sie mal reinspüren und fragen, wie es ihr geht und was ihr Spaß macht. Diese innere Begegnung wird Ihr Vertrauen in sich festigen und die Liebe, die Sie sich dadurch geben, vertiefen. Richten Sie der kleinen Kris einen herzlichen Gruß von mir aus. Sie hat in Ihnen eine wunderbare Mutter!
Sarah
Ort: Lörrach
» 05.Januar 2017 um 13:21Uhr «
Hallo Kris,

ich hatte ein Kaiserschnitt-Verarbeitungsgespräch mit einer Hebamme. Diese empfahl mir, die Narbe entstören zu lassen. Hab dies dann einige Monate später umgesetzt, allerdings erst als meine Intuition mich dahin getrieben hat. Seit Schwangerschaft/ Geburt bin ich sensibel für meine Intuition geworden, und achte vermehrt drauf was mir gut tut. In mir wurde durch die Narbenentstörung viel in meinem Inneren heilgemacht, heute sieht man meine Narbe nur noch bei sehr genauem Hinsehen. Bei mir hatte es auch einen äußeren Effekt. Oder vielleicht weil ich die narbe nun mit anderen Augen seh? Ich weiß es nicht, aber ich denke wenn du in dich hörst wirst du den für dich richtigen Weg finden. Alles Liebe dir! Wäre schön, weiter von dir zu hören.
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Sarah,
Sie beschreiben so schön und fühlbar, welche Heilung man erfahren kann, wenn man seiner eigenen inneren Stimme folgt. Der Prozess ist nicht immer leicht, dafür können neue Wege und eine tiefe Verbundenheit zu sich selbst entstehen, aus der sich viel Kraft, Vertrauen und Sicherheit für neue Herausforderungen schöpfen lässt. Alles Liebe und Feine wünsche ich Ihnen! Herzliche Grüße, Flavie Singirankabo
Kris
Ort: Kassel
» 30.Dezember 2016 um 14:36Uhr «
Hallo Sarah,
Danke, dass Du mir geschrieben hast.
Ich war ein halbes Jahr nach dem KS bei einer Osteopathin, die meinen Energiefluss wieder hergestellt hat. Ich kann nicht sagen, ob es was gebracht hat.
Es gibt ja viele Methoden zu entstören. Wie bist Du zu Deiner gekommen?
Ich bezweifle etwas, dass es mir hilft, die Narbe schön zu finden, aber ich werd noch einiges dazu lesen.
Vielleicht kommt ja jemand von den Forumsbetreibern noch dazu, mir seine Einschätzung zu schreiben. Wär schön.
Viele Grüße
Kris
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Kris,
in meinen Augen schafft die Erwartung, dass Sie Ihre Narbe schön finden müssen, zusätzlich Schmerz, Anstrengung und Widerstand in Ihnen. Sie dürfen so SEIN wie Sie JETZT sind, ohne etwas Bestimmtes erreichen oder leisten zu müssen. Sie machen das so wunderbar, sich so mutig in der Psychotherapie anzuvertrauen, die Hilfe einer Osteopathin anzunehmen, hier im Forum zu schreiben. Sie kümmern sich so gut um sich und trotzdem bleiben Zweifel. „Mache ich es richtig, bringt es etwas?“, scheint es in Ihnen zu sprechen. Das Vertrauen, das Sie im Außen suchen, ist wie ein verborgener Schatz tief in Ihnen, liebe Kris. Was für Sie gut und richtig ist, wissen Sie, wissen Ihr Körper und Ihre Seele am besten. Deren Weisheit ist größer, als Sie sich momentan rein vom Verstand her vorstellen können. Ich möchte Sie ermutigen, neue Wege auszuprobieren, um Zugang zu den Antworten auf Ihre Fragen zu erlangen. Zum Beispiel können Sie mit ihrem Körper in einen achtsamen Dialog gehen und lauschen. Hierfür gibt es viele Wege, z.B. Osteopathie, craniosacrale Therapie oder auch Feldenkrais und Eurythmie. Kombiniert mit der Psychotherapie wird es Ihnen helfen, sich selbst ganzheitlich zu spüren und schätzen zu lernen. Viele liebevolle, wohlige und erkenntnisreiche Momente wünsche ich Ihnen!
Marlena
» 29.Dezember 2016 um 22:14Uhr «
Hallo!

Vor 20 Monaten bin ich viel zu früh Mutter einen kleinen Tochter geworden. Über das Krankenhaus, die Ärzte und Hebammen kann ich kein böses Wort verlieren. Wir waren zu jeder Zeit wunderbar betreut. Es sind bei mir eher die Umstände die das Verarbeiten schwer machen.
Nach einem falsch-negativen Schwangerschaftstest erfuhr ich erst in der 15. Schwangerschaftswoche, dass ich Mutter werde. Die Freude war trotz der Überraschung groß.
10 Wochen später drängte sich mein Kind schon auf die Welt.
Ich bekam durch eine unbemerkte Infektion Wehen, der Muttermund war bei der Ankunft im Krankenhaus bereits zu weit geöffnet als das man die Geburt noch hätte aufhalten können. Es erfolgte die sofortige Verlegung in ein Krankenhaus mit neonatologischer Intensivstation. Die Wehenhemmung, um die Schwangerschaft wenigstens noch einige Stunden zu halten, scheiterte, der Keim war zu aggressiv, das Baby wollte raus. Eine spontane Geburt war bei dem Geburtsgewicht viel zu riskant.
15 Wochen zu früh, in der 25. Schwangerschaftswoche mit 650 Gramm wurde meine Tochter per Kaiserschnitt entbunden. Eine unreife Hand voll Leben.
Ich bekam eine Spinalanästhesie und war zunächst wach im OP. Mein Mann an meinem Kopf neben mir. Ich bat dann jedoch um ein Schmerzmittel, zu stark war der Schmerz beim durchtrennen der Muskleschicht. Von da an habe ich nur lückenhafte Erinnerungen:
Mein weinender Mann der mir sagt, dass unser Baby ein Mädchen ist. Spontan und schlaftrunken entscheide ich mich noch im OP für ihren Namen. Dann komme ich erst im Aufwachraum zu mir. Nicht wissend ob mein Kind überhaupt lebt. Den Moment ihrer Geburt verpasst wo das doch das einzige ist was mir vielleicht mit ihr bleibt.
Ein OP Pfleger gratuliert mir zur Geburt meiner Tochter und sagt mir, dass sie lebt und kämpft.
Ich bin nicht mehr schwanger, mein Kind ist geboren, MEIN Kind. Ein seltsamer Gedanke nach nur 10 Wochen bewusster Schwangerschaft und dem abrupten Ende.
Ich wurde noch am selben Tag mit dem Bett auf die Intensivstation gefahren damit ich mein Kind im Inkubator sehen konnte. Das Mutterglück wich der Angst um ihr Leben.
Meine Narbe entzündete sich immer wieder und verheilte erst richtig mit ihrer der Entlassung aus dem Krankenhaus..
Ich bin zu tiefst demütig und glücklich über mein Kind, über meine Kämpferin, die heute ein gesundes, lebensfrohes Mädchen ist. Aber der Umstand ihrer Geburt schmerzt immer noch und die Angst davor das es beim zweiten Kind wieder so sein könnte begleitet mich.
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Marlena,
herzlichen Dank für das Teilen Ihrer Geschichte. Wie schön, dass Sie trotz der heftigen Geburt Dankbarkeit und Demut empfinden können. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man bedenkt, mit wie viel Angst um Ihr Leben und das Ihrer Tochter Sie konfrontiert wurden. Als Sie anfingen, sich an die Schwangerschaft und die bevorstehende Geburt zu gewöhnen, mussten Sie sich von den Wünschen und Erfahrungen dieser wichtigen Reifephase verabschieden. Gerade das plötzliche rausgerissen werden ohne Übergänge schmerzt und erschwert das vollständige Ankommen in das Mutter-Sein. Es braucht Zeit, Raum und viel Feingefühl, um die Gefühle und Gedanken achtsam wahrzunehmen. Was möchte Ihnen Ihr Schmerz sagen? Was braucht Ihre Angst? Mit Ihrer Intuition und der Unterstützung Ihrer Hebamme oder eine Fachfrau aus dem Netzwerk werden Sie herausfinden, was für Sie heilsam und hilfreich ist. So wird es Ihnen gelingen, den für Sie stimmigen Zeitpunkt zu erspüren, an dem Sie bereit sind, ein weiteres Kind einzuladen, in ihrem Rhythmus reifen zu lassen und willkommen zu heißen. Alles Liebe für Sie!
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